Was ist ein Employer of Record? Einfach erklärt
Sie haben die perfekte Fachkraft im Ausland gefunden – aber keine Firma vor Ort. Genau für diese Situation gibt es den Employer of Record, kurz EOR. In diesem Artikel erklären wir, wie das Modell funktioniert und für wen es sich eignet.
Die Kurzfassung
Ein Employer of Record ist ein Dienstleister, der im Zielland formell als Arbeitgeber Ihrer Mitarbeiter auftritt. Er schließt den Arbeitsvertrag, zahlt das Gehalt und führt Steuern und Sozialabgaben ab. Die Mitarbeiter arbeiten aber ausschließlich für Ihr Unternehmen: Sie bestimmen Aufgaben, Ziele und den Arbeitsalltag.
Wer macht was?
| Aufgabe | Ihr Unternehmen | Employer of Record |
|---|---|---|
| Aufgaben & tägliche Arbeit steuern | ✓ | |
| Gehalt und Rolle festlegen | ✓ | berät |
| Lokaler Arbeitsvertrag | ✓ | |
| Monatliche Lohnabrechnung | ✓ | |
| Lohnsteuer & Sozialversicherung | ✓ | |
| HR-Verwaltung vor Ort | ✓ |
Warum nicht einfach eine eigene Firma gründen?
Natürlich können Sie im Ausland eine eigene Tochtergesellschaft gründen. Das bedeutet aber in der Regel:
- einen Gründungsprozess, der oft Monate dauert,
- laufende Kosten für Buchhaltung, Steuerberatung und Jahresabschlüsse,
- Kenntnisse im lokalen Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht,
- und einen aufwendigen Rückzug, falls sich die Pläne ändern.
Für einzelne Mitarbeiter oder kleine Teams lohnt sich dieser Aufwand selten. Ein Employer of Record nutzt seine bestehende lokale Struktur – Sie können innerhalb weniger Wochen starten.
EOR vs. Freelancer: Was ist der Unterschied?
Viele Unternehmen arbeiten zunächst mit freien Mitarbeitern im Ausland. Das ist einfach, hat aber Grenzen: Freelancer arbeiten oft für mehrere Kunden, sind weniger fest ins Team eingebunden und haben keine soziale Absicherung über ein Arbeitsverhältnis. Bei einer langfristigen, festen Zusammenarbeit ist eine reguläre Anstellung über einen EOR für beide Seiten meist die sauberere Lösung – und bindet gute Leute stärker an Ihr Unternehmen.
Was kostet ein Employer of Record?
Die Kosten setzen sich typischerweise aus drei Teilen zusammen:
- Bruttogehalt des Mitarbeiters,
- gesetzliche Arbeitgeberabgaben im jeweiligen Land,
- eine monatliche Servicegebühr des EOR.
Sie erhalten dafür eine einzige Monatsrechnung. Weil die Gehaltsniveaus in vielen Offshore-Standorten deutlich unter denen in Deutschland liegen, bleibt die Gesamtrechnung trotz Servicegebühr in vielen Fällen erheblich günstiger als eine vergleichbare Stelle in Deutschland.
Für wen eignet sich das Modell?
- Mittelständler, die Fachkräfte in IT, Finance oder Administration suchen und in Deutschland kaum Bewerber finden,
- Unternehmen, die ein internationales Team testen möchten, ohne gleich eine Gesellschaft zu gründen,
- Firmen, die bereits einen Kandidaten im Ausland gefunden haben und ihn regulär anstellen wollen.
Fazit
Ein Employer of Record nimmt Ihnen die gesamte Arbeitgeberverwaltung im Ausland ab – Sie behalten die volle Kontrolle über die Arbeit. Gerade für den Einstieg in ein Offshore-Team ist das der schnellste und risikoärmste Weg.
Mehr dazu, wie wir das für Ihr Offshore-Team umsetzen, lesen Sie auf unserer Seite Employer of Record.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar.